Rainer Obkircher ist ein kreativer Grenzgänger zwischen visueller Gestaltung, darstellender Kunst und Musik. Seit über zwei Jahrzehnten entwickelt er als Grafikdesigner und Art Director visuelle Identitäten, die Haltung, Charakter und Klarheit verbinden – als Gründer von wœrk – Grafik | Design | Artdirektion ebenso wie in zahlreichen Projekten für nationale und internationale Auftraggeber.
Sein Weg in die Welt der Kreativität begann jedoch nicht am Bildschirm, sondern im Klang. Bereits im Kindergartenalter spielte er Lieder nach Gehör auf einer kleinen Orgel. Mit sieben Jahren begann er Akkordeon zu lernen und blieb dem Instrument acht Jahre lang treu. Die Gitarre wurde später sein Begleiter für regelmäßige Hausmusik, das Klavier erschloss er sich autodidaktisch – bis hin zu Etüden und Nocturnes von Frédéric Chopin, die seine musikalische Sprache bis heute prägen.
Parallel zur Musik zog es ihn auf die Bühne. In Theaterproduktionen, als Kabarettist und Comedian entwickelte er eine zweite künstlerische Heimat: das Spiel mit Sprache, Timing und Präsenz. Während seiner Schauspielausbildung nahm er Gesangsunterricht und stand unter anderem als „Michael“ im Musical Das musikalische Himmelbett (engl. I Do! I Do! von Tom Jones) im Theater Westliches Weinviertel mehrfach auf der Bühne.
Unter seinem Alter Ego Rainer-von-Lienz wurde er für seine kabarettistische Arbeit mit zwei Preisen ausgezeichnet – der Kabarett-Milchkanne sowie dem Wettbewerb „Wer bringt den König zum Lachen“. Gemeinsam mit seiner Kabarett-Partnerin Sabine Kunz konzipierte, drehte und produzierte er zudem mehrere Folgen der Comedy-Serie F.R.O.H. lock für Okto-TV.
Mit 45 Jahren entdeckte Rainer ein weiteres, stilleres Ausdrucksmittel: das Cello. Seit über acht Jahren begleitet ihn das Instrument als bewusster Gegenpol zur visuellen und darstellenden Arbeit. In verschiedenen Orchester-Formationen – darunter das Cellissimo-Orchesterprojekt, das Mosaik-Orchester, das Seestadt-Orchester und ein Hobbyorchester – erlebt er Musik als gemeinschaftlichen Prozess, als Zuhören, Einfügen und gemeinsames Atmen im Klang.
Neben der analogen Musik erkundet er auch digitale Klangräume. Auf der Plattform Suno entstehen seine „musikalischen Ergüsse“ – spielerische Kompositionen zwischen Experiment, Skizze und fertigem Song. Sie sind ein weiteres Ausdrucksfeld seiner Neugier und Lust am kreativen Ausprobieren, irgendwo zwischen Technologie, Humor und musikalischem Handwerk.
Sein Schaffen bewegt sich heute zwischen Grafik und Bühne, zwischen Orchesterprobe und Algorithmus, zwischen Humor und Melancholie, zwischen Linie und Ton. Gestaltung versteht er nicht als Disziplin, sondern als Haltung – und als lebenslange Reise durch Bild, Wort und Klang.